Interreligiöser Kooperationsnachmittag stärkt Dialog und Professionalisierung

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Ein inspirierendes Zusammentreffen im ökumenischen Bildungszentrum 
sanctclara in Mannheim

Am 5. Dezember 2025 fand im ökumenischen Bildungs- und Begegnungszentrum sanctclara Mannheim erstmals ein gemeinsamer Kooperationsnachmittag aller Fachdidaktiken der Religionslehre statt (islamisch-sunnitisch, evangelisch und katholisch, jeweils aus Grundschule und Sekundarstufe I). Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie viel Potenzial im interreligiösen Dialog liegt und wie sehr alle Beteiligten von gemeinsamen Lern- und Reflexionsräumen profitieren.

Für den Nachmittag konnten drei ausgewiesene Expertinnen gewonnen werden: 
Dr. Ibrahim Aslandur, Christine Schneider und Sabine Baßler.

Ibrahim Aslandur eröffnete die Veranstaltung mit Impulsen dazu, was religiöse Vorbilder ausmacht und welche im Koran genannt werden. „In ihren Geschichten liegen Lehren für diejenigen, die nicht an der Oberfläche kratzen.“ Er erläuterte die pädagogische Bedeutung der Arbeit mit Vorbildern im Glauben und betonte, wie wichtig es ist, Brücken zwischen unterschiedlichen Glaubensverständnissen und der Lebensrealität der Schülerinnen zu bauen.

Christine Schneider vertiefte im Anschluss die Frage nach der Bedeutung von „Heiligkeit“ und stellte praxisnahe Zugänge für die Grundschule vor.

Sabine Baßler ergänzte die Veranstaltung um Einblicke in bereits gelungene interreligiöse Projekte und eröffnete neue Perspektiven für schulische Kooperationen.

Im gemeinsamen Austausch wurde sichtbar, wie unterschiedlich – und zugleich bereichernd – religiöse Traditionen Begriffe wie „Vorbilder“ und „Heiligkeit“ deuten. Diese Vielfalt schuf einen lebendigen Lernraum, der sowohl Lehramtsanwärter*innen als auch erfahrenen Lehrkräften wertvolle Impulse bot.

Zum Abschluss erhielten die Teilnehmenden eine kreative Aufgabe: Mit einer zugelosten Persönlichkeit – etwa Sophie Scholl, Mutter Teresa oder anderen Vorbildern – sollten sie in einem generierten Chat in einen kurzen Dialog treten und daraus ein prägnantes Motto ableiten. Die entstandenen Leitgedanken machten erneut deutlich, dass historische Persönlichkeiten wertvolle Impulse für heutige Bildungsprozesse geben können.

Der Kooperationsnachmittag verdeutlichte eindrucksvoll den fachlichen und pädagogischen Zugewinn interreligiöser Zusammenarbeit in der Lehrkräftebildung. Die vielfältigen Perspektiven eröffneten neue Zugänge, schärften das Verständnis für religiöse Diversität und stärkten die professionelle Handlungssicherheit der Teilnehmenden. Das Format zeigte damit, welches Potenzial entsteht, wenn unterschiedliche Traditionen in einen konstruktiven Dialog treten und gemeinsam an einer zukunftsorientierten Religionspädagogik arbeiten.